3. Januar 2004 – Skitour Furgellenstock

Stressige Feiertage liegen hinter uns. Von Erholung eigentlich keine Spur. Und bald hat uns der Alltag wieder. Da gibt es nur ein Rezept: Eine erholsame kleine Skitour, abseits jeglicher Hektik, mitten in einer tiefverschneiten Landschaft. Und so war es dann auch an diesem 3. Januar: Unser Ausgangspunkt war ein riesiger Parkplatz in Oberiberg. Zusammen mit Hunderten von Skifahrern bereiteten wir uns auf den kommenden Aufstieg vor. Wir waren jedoch die einzigen Tourenfahrer. Während die Skifahrer an der Sesselbahn anstanden und ihr Portemonnaie zückten, marschierten wir in die entgegengesetzte Richtung los und tauchten nach wenigen Minuten in eine andere Welt unter. Die erste halbe Stunde führte uns der Weg entlang des Fallenbachs.

Zum Teil war es recht schluchtenartig mit verwitterten Felswänden und langen Eiszapfen, dann wieder etwas breiter, wo sich der Bach in mehrere Arme gabelte und dann wieder vereinte. Und alles tiefverschneit. Eine märchenhafte Welt in der einfach alles perfekt zusammenpasste.

Später führte uns der Aufstieg durch lockeren Wald, wo die Bäume, und ihre verstorbenen Ahnen, die kurligsten Formen hatten. Aufkommender Nebel unterstrich noch dieses mystischen Ambiente. Trotz all diesen traumhaften Eindrücken, spürten wir langsam die körperlichen Strapazen. So waren wir froh, als die Furggelenhütte endlich vor uns aus dem Nebel auftauchte. Nach einer kurzen Stärkung nahmen wir den letzten Teil auf den Furggelenstock (1656 müM) unter die Felle. Nur kurz und sehr schwach, eher schemenhaft, drückte die Sonne am Gipfel durch die Nebelschwaden. Zu wenig um hier lange zu verweilen. So gab es kein Halten mehr, denn viele jungfräulicher Pulverschneehänge warteten nur darauf, von unseren Skispuren durchzogen zu werden. Nach einem kurzen Gegenanstieg auf den Brünnelistock ging es entgültig zurück nach Oberiberg – zurück in den Alltag. Eigentlich fehlte nur die Sonne, und trotzdem war es ein wunderschöner Tag. (pf)